WARUM NICHT EINFACH ABNEHMEN?
Der Podcast rund ums Thema schnelles und einfaches Abnehmen für alle, die endlich Ergebnisse auf der Waage und im Spiegel sehen wollen. Hier geht es um rigorose Ehrlichkeit. Was funktioniert wirklich und was ist nur blanke Theorie?
Ich bin Marcus Milarov - Abnehmcoach, langjähriger Geschäftsleiter von mehreren Fitnessclubs, Dozent, Ausbilder für Fitnessberufe und Experte für Gewichtsreduktion aus Berlin.
Tauche mit mir in die Welt der Stoffwechseloptimierung ein und entdecke, was jenseits von Kalorienzählen und weniger essen möglich ist.
Kennst du das Gefühl, aus Stress oder emotionalen Gründen zu essen? Ich werde diesem Teufelskreis den Kampf ansagen und nachhaltige Strategien entwickeln, um emotionales Essen zu überwinden und Stressessen in den Griff zu bekommen.
Keine Zeit? Kein Problem!
Dieser Podcast ist für alle, die keine Lust mehr haben, kostbare Momente mit komplizierten Diäten zu verschwenden. Er ist ein unverzichtbarer Begleiter für müheloses Gewicht verlieren, selbst wenn dein Leben von Beruf und Familie in Beschlag genommen wird.
Gemeinsam werden wir beweisen, dass Abnehmen mit Leichtigkeit und Freude möglich ist – und das sogar mit Kindern im Schlepptau.
WARUM NICHT EINFACH ABNEHMEN?
129 - Warum du nach einem stressigen Tag nicht einfach nur Hunger hast
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Du hattest einen langen, stressigen Tag – und abends zieht es dich plötzlich in die Küche?
Schokolade, Brot, Chips, Käse, Wein oder irgendetwas Schnelles. Nicht unbedingt, weil du wirklich körperlichen Hunger hast, sondern weil dein Kopf und dein Körper endlich runterkommen wollen.
In dieser Folge sprechen wir über Stressessen – aber nicht mit dem üblichen Tipp: „Dann iss halt keine Schokolade.“
Wir schauen uns an, was wirklich passiert, wenn ein Tag zu viel war.
Du erfährst:
- warum Stressessen oft kein Disziplinproblem ist
- was Cortisol, Blutzucker und Erschöpfung mit Heißhunger zu tun haben
- warum dein Belohnungssystem nach einem stressigen Tag nach schneller Entlastung sucht
- weshalb Kontrolle tagsüber abends oft in Kontrollverlust kippt
- wie du körperlichen Hunger von Stresshunger unterscheiden kannst
- und was wirklich hilft, ohne dass Essen zum Feind wird
Diese Folge ist für dich, wenn du nach stressigen Tagen regelmäßig mehr isst, als du eigentlich wolltest, und dich danach fragst:
„Warum passiert mir das immer wieder?“
Stressessen ist oft keine Schwäche.
Es ist ein Zeichen dafür, dass dein System versucht, irgendwie wieder runterzukommen.
💛 Verständlich erklärt.
💛 Ohne Schuldgefühl.
💛 Für Frauen, die abnehmen wollen, ohne ständig gegen sich selbst zu kämpfen.
🎧 Hör jetzt rein und erfahre, warum du nach einem stressigen Tag oft nicht einfach nur Hunger hast – und wie du anders damit umgehen kannst.
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Es geht um Stressessen. Ein Thema, bei dem sich wahrscheinlich ganz viele wiedererkennen. Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge dieses Podcasts. Stressessen. Ja, aber ich will das heute gar nicht mal so behandeln, wie man das oft so hört. Also nicht dieses klassische, ja, dann ist halt keine Schokolade oder dann kauf dir halt einfach nichts Süßes oder dann trink erstmal ein Glas Wasser. Ja, das kann vielleicht alles mal helfen, keine Frage. Aber wenn jemand nach einem richtig stressigen Tag abends in der Küche steht und das Gefühl hat, er braucht jetzt sofort etwas Süßes oder etwas Salziges, etwas Knuspriges oder halt ein Glas Wein, dann ist das meistens nicht einfach nur die Frage von, habe ich jetzt genug Willenskraft? Dann passiert da körperlich tatsächlich etwas. Da passiert etwas im Kopf. Und meistens hat dieses Essen eine Funktion. Und genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen. Was passiert denn eigentlich im Körper, wenn ein Tag einfach zu viel war? Warum fühlt sich Essen dann manchmal an wie der schnellste Ausweg? Warum kippt tagsüber deine Kontrolle? Und abends wird daraus ein richtiger Kontrollverlust. Und was hilft wirklich, ohne dass Essen gleich wieder zum Feind erklärt wird? Denn ich sage es dir gleich am Anfang, wenn du nach einem stressigen Tag isst, obwohl du vielleicht gar keinen echten Hunger hast, dann bist du ja nicht kaputt. Du bist auch nicht schwach. Das hat auch gar nichts mit Disziplin zu tun. Dein System versucht nur einfach gerade irgendwie wieder runterzukommen. Und mit deinem System meine ich deinen Körper. Und ob das langfristig die beste Strategie ist, darüber müssen wir halt sprechen. Aber manchmal müssen wir auch verstehen, warum es überhaupt mal passiert. Also lass uns mal in diesen Zustand reingehen. Du hattest einen langen Tag, vielleicht viele Termine, vielleicht Ärger am Job, vielleicht auch ein Gespräch, das dich beschäftigt, vielleicht Druck, Verantwortung. Du hast einfach zu viele Entscheidungen treffen müssen. Oder du hattest zu wenig Pause. Und dann kommst du abends nach Hause, dein Körper ist komplett müde und platt, aber dein Kopf ist einfach noch an. Und du bist eigentlich erschöpft, aber gleichzeitig innerlich total unruhig. Und das ist wirklich ein unangenehmer Zustand. Denn du bist nicht entspannt. Du bist auch nicht richtig leistungsfähig. Du bist irgendwo dazwischen. Und dann kommt dieses Bedürfnis. Nicht unbedingt, ich brauche jetzt eine richtige Mahlzeit, sondern eher, ich brauche jetzt irgendwas. Und meistens ist dieses irgendwas nun mal kein gekochter Brokkoli mit Hähnchenbrust, sind wir mal ehrlich. Es ist dann eher Schokolade oder Brot oder Käse oder Chips, Nüsse, vielleicht auch Wein oder Müsli oder Cornflakes oder irgendwas halt, was schnell geht und sofort ein bisschen was verändert. Und genau das ist der Punkt, an dem sich ganz, ganz viele Leute selbst verurteilen. Denn da kommt innerlich natürlich dieser Gedanke, warum kann ich mich nicht einfach zusammenreißen? Ich hatte doch gar nicht so viel Hunger. Warum mache ich das immer und immer wieder? Tagsüber klappt es doch auch. Aber der Abend ist oft gar nicht nur der Abend, indem dir dein Körper die Endabrechnung vorlegt. Lass uns das mal körperlich anschauen. Stress ist ja nicht nur irgendein Gefühl. Stress ist tatsächlich ein biologischer Zustand. Wenn dein Körper Stress wahrnimmt, dann passiert da im Körper eine ganze Menge. Stresshormone werden aktiver. Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol, das eigentliche Stresshormon. Dein Körper wird dadurch wacher, der Puls kann dadurch steigen. Deine Muskulatur wird dadurch angespannter. Und dein Körper stellt Energie bereit. Dafür ist Stress eigentlich ausgelegt. Und das ist ja auch erstmal gar nichts Schlechtes. Dafür ist das System ja da. Oder dafür wurde dein Körper gemacht. Und wenn etwas Wichtiges passiert, wenn du reagieren musst, wenn du konzentriert sein musst, dann hilft dir dieses System sogar. Cortisol, also dein Stresshormon, ist ja per se nichts Böses. Das ist wirklich immer wichtig zu sagen. Ohne Cortisol würdest du morgens gar nicht ordentlich in Gang kommen. Du brauchst das. Das Problem entsteht eher, wenn dein Körper den ganzen Tag so einen erhöhten Stressmodus hat oder in so einem erhöhten Stressmodus bleibt und abends keinen sauren Ausstieg findet. Früher in Urzeiten, und ja, ich weiß, das habe ich schon ganz oft gesagt, aber es ist einfach so wichtig, das immer wieder zu wiederholen. Früher war Stress einfach immer mit Bewegung verbunden. Da gab es eine echte körperliche Reaktion. Rennen, Kämpfen, Tragen, Arbeiten. Irgendwas, wo diese Energie, die Cortisol bereitstellt, auch immer wieder verbraucht wurde. Und heute sieht Stress nun mal anders aus. Du sitzt im Auto und ärgerst dich. Du sitzt im Meeting und musst freundlich bleiben, obwohl dir gar nicht danach ist. Du sitzt am Laptop und bekommst irgendeine Mail, die deinen Blutdruck hochschiebt. Oder du sitzt in einem Call und innerlich kocht es. Also dein Körper stellt Energie bereit. Aber du sitzt da und musst durchhalten. Und genau dieses Durchhalten, das ist das, was so anstrengend ist. Vor allem, wenn es sich über Stunden zieht. Und das Problem ist dann, dein Körper war aktiv. Nur dein Körper hat sich nicht bewegt. Und das ist für den Stoffwechsel eine ganz ungünstige Mischung. Denn Cortisol und Stress können den Appetit verändern. Und sie werden deinen Appetit verändern. Bei manchen geht der Appetit vielleicht sogar erstmal weg. Die essen dann tagsüber fast gar nichts, trinken nur Kaffee und funktionieren. Und abends kommt dann alles auf einmal wieder zurück. Bei anderen ist der Appetit tagsüber schon da. Aber er wird halt die ganze Zeit weggedrückt. Auch da wieder Kaffee-Termine, keine Zeit, keine Pausen. Und irgendwann ist dein Körper oder das System müde. Und dann sucht dein Körper schnelle Energie. Süßes ist dann schnell. Brot ist auch schnell. Fettiges ist schnell. Salziges ist schnell. Alkohol ist auch für viele ein schneller Schalter. Aber das heißt jetzt nicht, dass dein Körper wirklich Schokolade braucht. Aber dein Gehirn weiß aus Erfahrung, das wirkt. Ja, und das tut es ja auch. Schokolade kann dich kurzfristig beruhigen. Chips können kurzfristig beschäftigen. Brot kann kurzfristig dieses endlich satt und ruhiggefühl geben. Und Wein kann sich wirklich für einen Moment so anfühlen, als wäre der Tag endlich vorbei. Und genau das ist der Grund, warum das so hartnäckig ist. Würde Essen nach Stress überhaupt nichts bringen, dann würde es ja auch keiner machen. Aber es bringt etwas. Leider nur meistens sehr kurz. Und danach kommt natürlich das schlechte Gewissen. Und dann beginnt der Kreislauf von vorne. Stress. Essen. Kurze Ruhe, Schuldgefühl und wieder neuer Druck. Und am nächsten Tag gibt es dann wieder Kontrolle. Und abends wieder Essen. Und da möchte ich wirklich einmal den Finger drauf legen. Stressessen ist nämlich häufig kein Essensproblem. Oder kein Essensproblem im klassischen Sinne. Es ist eher ein Regulationsproblem. Der Körper und der Kopf versuchen nämlich wieder in einen anderen Zustand zu kommen. Also weg von dieser Anspannung, weg von dem Druck, weg von dieser inneren Unruhe und eher hin zur Beruhigung. Und Essen ist nun mal verfügbar. Das ist schnell. Das diskutiert auch nicht. Es stellt keine Fragen. Und es funktioniert auch noch um 22 Uhr. Und wenn man das einmal verstanden hat, dann kann man viel freundlicher und gleichzeitig auch viel klarer damit umgehen. Denn dann muss man nicht mehr sagen, ich bin so undiszipliniert. Man kann dann vielmehr danach fragen, was musste denn das Essen heute Abend für mich erledigen? Und das ist tatsächlich eine bessere Frage, als bin ich denn einfach nur undiszipliniert? Und ja, ich weiß, das klingt erstmal ein bisschen unbequem. Weil dann geht es nämlich nicht mehr um die Schokolade als solche. Dann geht es um den Tag davor. Also was ist an diesem Tag vor dem Abendessen oder vor dem Snack oder vor dem Stressessen passiert. Da geht es dann auf einmal um die Überforderung am Tag, um das Tempo, das vielleicht so schnell war, um die fehlenden Pausen, um das ständige Funktionieren, um das Gefühl, den ganzen Tag für alles zuständig zu sein. Und dann sind wir ganz schnell weg vom Thema Essen. Und dann sind wir beim Thema mentaler Erschöpfung. Und ganz viele Frauen, mit denen ich spreche, die sind nicht einfach nur müde, die sind entscheidungsmüde. Sie haben den ganzen Tag entschieden, was muss zuerst gemacht werden, wer braucht was, welche Mail ist dringend, wie reagiere ich auf diese Nachricht, was sage ich im Meeting, was braucht das Kind? Was braucht der Partner? Was braucht der Kunde? Was braucht das Team? Und irgendwann ist dein Kopf einfach leer. Und da ist dann keine Lust mehr auf eine weitere gute Entscheidung. Und Essen braucht oft keine große Entscheidung. Man weiß ja, wo es liegt. Man weiß auch, wie es schmeckt. Und man weiß, was es auslöst. Und deshalb gewinnt abends häufig nicht das, was man sich morgens vorgenommen hat. Abends gewinnt das, was am schnellsten Entlastung verspricht. Und das ist vollkommen menschlich. Und genau deshalb funktionieren ganz viele Standardtipps einfach gar nicht. Oder zumindest mal nicht besonders gut. Denn wenn jemand sagt, na dann kauf doch einfach keine Schokolade, dann kann dir das natürlich helfen, wenn es um die Gewohnheit geht. Aber wenn Stressessen eine echte Funktion hat, dann sucht sich dein Körper oft mal was anderes. Dann ist es halt nicht Schokolade. Aber dann ist es Brot, dann ist es Käse, Müsli, Cornflakes, dann ist es vielleicht der Lieferdienst oder der Wein oder sonst irgendwas. Weil das Problem ist nämlich nicht die Schokolade. Oder es war auch nie die Schokolade. Das Problem war der Zustand, aus dem du raus wolltest. Und wenn du nur das Lebensmittel entfernst, bleibt der Zustand ja trotzdem da. Und deshalb bin ich beim Stressessen kein Fan davon, sofort mit irgendwelchen Verboten zu arbeiten. Das macht es oft härter, als es eigentlich sein müsste. Viel sinnvoller ist es erstmal zu lernen, was ist das denn gerade überhaupt? Ist das wirklich körperlicher Hunger oder ist das Essdruck? Und dann kann man relativ gut unterscheiden, wenn man mal kurz innehält. Körperlicher Hunger baut sich nämlich meistens auf. Der ist nicht immer per sofort einfach da. Echter Hunger ist einfach nur das Signal, okay, ich brauche jetzt etwas zu essen. Eine normale Mahlzeit. Also vielleicht Eier, Kartoffeln, Gemüse, Suppe, Quark, Fisch, was auch immer. Stresshunger, der fühlt sich ganz anders an. Der kommt viel schneller, viel dringender. Und häufig hat er auch eine klare Richtung, nämlich süß, salzig, knusprig, cremig, fettig. Und meistens ist das begleitet mit etwas Suchendem. Also du hast vielleicht gerade gegessen und trotzdem suchst du weiter. Und das ist ein ganz wichtiger Hinweis. Denn wenn eine normale Mahlzeit den Druck nicht beruhigt, dann war wahrscheinlich nicht nur der Magen das Thema. Dann suchst du oder dann sucht deinen Körper noch irgendwas anderes. Das heißt, du solltest dir vielleicht mal die Frage stellen, würde mir jetzt eine Normalzeit helfen oder suche ich gerade ein ganz anderes Gefühl? Und diese Frage, die du da stellst, das ist auch kein Verbot. Es geht also nicht darum, dass du sagst, du darfst jetzt nichts essen. Sie bringt einfach nur ein bisschen Ehrlichkeit in dieses Thema. Denn wenn du eigentlich Ruhe suchst, dann kann Schokolade ja kurzfristig helfen. Ja, ja. Aber vielleicht gibt es ja noch einen Schritt davor, der dir mehr bringt. Und damit kommen wir zu dem eigentlich spannenden Teil. Was hilft denn eigentlich wirklich? Und aus meiner Erfahrung ist die Reihenfolge da wirklich entscheidend. Denn viele versuchen, in einem völlig angespannten Zustand eine perfekte Entscheidung zu treffen. Und das funktioniert nun mal nicht. Wenn dein Nervensystem gerade auf Alarm ist oder noch im Alarmmodus ist, dann ist die Küche nicht unbedingt der beste Ort für irgendwelche Verhandlungen. Deshalb würde ich vorher ansetzen. Erst runterfahren und dann entscheiden. Und ja, ich weiß, das klingt erstmal einfach. Aber einfach heißt nun mal nicht unwirksam. Manchmal braucht der Körper nach einem stressigen Tag erstmal das Signal, dass der Tag vorbei ist. Und ja, ich weiß, das habe ich schon öfter mal gesagt, aber es ist wirklich wichtig. Gib deinem Körper und vor allen Dingen auch dir das Signal, dass der Tag oder deinen Arbeitsalltag jetzt vorbei ist. Und zwar nicht übers Essen, sondern über etwas anderes. Das kann ein Spaziergang sein. Zehn Minuten reichen da meistens schon aus. Es kann auch duschen sein, Kleidung wechseln. Einmal raus an die Luft, Musik anmachen, ein Glas Wasser trinken, kurz das Handy weglegen, zwei Minuten einfach mal ruhig atmen, setz dich einfach mal hin. Oder einfach mal durchs Haus laufen und merken, ich bin nicht mehr im Termin. Ich bin jetzt hier. Und so banal das klingt, das reicht für den Körper schon aus, damit er einen Übergang spürt. Und viele haben diesen Übergang einfach gar nicht mehr. Die kommen aus dem Stress und gehen direkt an den Kühlschrank. Oder an den nächsten Stress. Oder vom Laptop direkt in den Süßigkeitschrank. Oder vom Arbeitsmodus direkt auf Sofa mit Snacks. Da fehlt also irgendeine Zwischenstation. Und genau diese Zwischenstation, die würde ich nun mal einbauen. Und gar nicht als Pflicht oder als Selbstoptimierungsprogramm, sondern einfach nur als Puffer. Wie beim Auto. Wenn du mit 180 von der Autobahn kommst, fährst du auch nicht direkt in die nächste Parklücke. Du brauchst also eine Ausfahrt. Du brauchst das Abbremsen. Du brauchst irgendwie einen Moment, um Geschwindigkeit herauszunehmen. Und viele versuchen, genau das zu tun. Aus einem stressigen Tag, also innerlich mit 180, komplett in den Feierabend einzuparken. Und das kann nicht gut gehen. Der zweite Punkt ist, sich tagsüber einfach besser ernähren oder besser versorgen. Dem Körper also das geben, was er wirklich braucht. Und ja, ich weiß, das hatten wir schon in anderen Folgen. Aber bei Stressessen ist das wirklich das zentrale Thema. Wenn du tagsüber wenig isst, Mahlzeiten verschiebst, Kaffee als Essen benutzt und dann abends gestresst bist, wird es einfach schwer. Und dann kommen nämlich zwei Dinge zusammen: Stress und Mangel. Das ist für den Körper einfach ein rotes Tuch. Also schau mal auf deinen Tag. Gab es dort richtige Mahlzeiten? Gab es genügend Eiweiß? Hast du genügend getrunken? Gab es da wirklich echte Pausen? Oder hast du einfach nur durchgezogen? Viele wollen abends ihr Essen kontrollieren, müssten aber eigentlich mittags erstmal anfangen, ihren Körper nicht zu übergehen. Also Essen wegzuschieben, Nahrung vorenthalten oder Nährstoffe. Das dritte ist, und ja, das klingt ein bisschen komisch, die körperliche Entladung. Denn Stress ist körperlich, auch wenn er im Kopf entsteht. Und deshalb hilft Bewegung so gut. Und damit meine ich gar nicht unbedingt Sport. Du musst nach einem stressigen Tag nicht noch irgendein hartes Workout machen, wenn du eigentlich schon platt bist. Aber eine Runde gehen kann da wirklich viel verändern. Weil noch einmal, Stress ist körperlich. Stress ist dafür da, Energie bereitzustellen. Und diese Energie möchte gerne abgebaut werden. Und das kannst du auf vielfältige Weisen tun. Sei es, Treppe steigen, einmal um den Block laufen, fünf Minuten dehnen. Von mir aus nimm das Spring sei deiner Kinder und spring eine Minute. Halt irgendwas, was dein Körper aus dem Sitz- bzw. aus dem Stressmodus rausholt. Denn nur dann bekommt dein Körper endlich das Signal, das eigentlich zu Stress passt, nämlich Bewegung. Und danach wird dir auffallen, dass das Essen dann gar nicht mehr so dringend ist. Das vierte ist ein echtes Abendessen. Denn die meisten machen wirklich einen ganz großen Fehler nach so einem stressigen Tag und denken, heute reiße ich mich jetzt zusammen und ich esse nur was Kleines. Und ja, das kann von mir aus funktionieren, wenn du wirklich satt und entspannt bist. Aber nach so einem richtig stressigen Tag ist nur etwas Kleines ganz oft der Start in einen längeren Snackabend. Denn ich denke, wir sind uns alle bei einem einig, Stress ist super anstrengend. Stress kostet Energie. Stress verbraucht Ressourcen im Körper. Das bedeutet also im Umkehrschluss, das ist der Zeitpunkt, wo dein Körper wirklich etwas braucht. Das ist mit Sicherheit nicht der Zeitpunkt für was Kleines. Und ich möchte da an dieser Stelle mal ein Beispiel aufmachen für körperlichen Stress. Du lagst flach, mehrere Wochen, Krankheit, Grippe. Kein Mensch würde auf die Idee kommen, jetzt zu sagen an dieser Stelle, na jetzt brauchst du nur was Kleines. Reiß dich mal ein bisschen zusammen. Sondern ganz im Gegenteil, du möchtest deinen Körper wieder aufbauen. Du möchtest deinem Körper Vitamine geben. Du möchtest ihn aufpäppeln mit gesunden Nährstoffen. Denn du hast ja körperlich zuvor gelitten. Bei Stress ist das genau das Gleiche. Je mehr Stress du in deinem Alltag hast, desto besser musst du deinen Körper wirklich versorgen. Desto mehr musst du ihn aufpäppeln. Und wenn du tagsüber dafür nicht die Möglichkeiten hast, dann musst du es auf jeden Fall abends tun. Also lieber eine richtige Mahlzeit. Mit Eiweiß, mit Gemüse, mit einer Portion, die dich wirklich satt macht. Und je nach Tag vermiers auch mit Kohlenhydraten. Ja, auch das. Gerade wenn du sehr gestresst bist und dein Körper nach schneller Energie sucht, dann kann eine vernünftige Portion Kartoffeln, Reis oder Brot im Rahmen einer Mahlzeit deutlich besser sein als der Versuch, komplett kohlenhydratfrei zu bleiben und später dann doch bei der Schokolade zu landen. Und nein, ich sage nicht, dass jeder abends Kohlenhydrate braucht. Und gerade in der Phase, wo du gerne abnehmen möchtest, sind sie wahrscheinlich der falsche Ansprechpartner. Aber was ich damit sagen will, ist einfach, hab doch keine Angst vor einer normalen Mahlzeit. Gerade dann, wenn sie verhindert, dass du danach zwei Stunden suchend durch die Küche läufst. Das nächste, was ich beachten würde, ist, dass du den Genuss mal wirklich bewusst einplanst. Wenn Schokolade bei dir also immer wieder auftaucht, dann muss die Lösung ja nicht sein, nie wieder Schokolade. Das ist Quatsch. Die Frage ist eher, wie taucht sie auf? Ist du sie bewusst nach dem Essen, vielleicht zwei, drei Stücke, auf einem Teller, im Sitzen, oder isst du sie heimlich im Stehen aus der Packung, während du innerlich schon mit dir diskutierst und mit deinem schlechten Gewissen kämpfst? Denn Stressessen wird meistens dadurch problematisch, dass es so halb im Nebel passiert. Also man ist gar nicht richtig dabei. Man isst, aber man genießt es nicht richtig. Man beruhigt sich, aber nur mal nicht lange. Man nimmt sich etwas, fühlt sich aber danach oftmals schlechter als vorher. Wenn du also Genuss willst, dann mach auch wirklich Genuss daraus. Hinsetzen, portionieren und dann auch wirklich wahrnehmen. Und das ist dann auch kein Kontrollverlust, sondern das ist dann eine aktive Entscheidung. Und jetzt wirklich nochmal was ganz Wichtiges. Was machst du denn, wenn es doch passiert? Also du hattest einen stressigen Tag, du hast gegessen, mehr als du wolltest, vielleicht sogar wirklich deutlich mehr. Und was dann? Viele, und die meisten, die bestrafen sich dann gleich. Also morgen esse ich weniger. Morgen mache ich viel mehr Sport. Jetzt ist es eh schon egal. Aber ab morgen, dann bin ich wieder streng. Und genau damit machst du diesen Kreislauf stärker. Weil du nämlich am nächsten Tag wieder mit Druck und Mangel startest. Und abends ist dein Körper wieder reif für die Entlastung. Also nach Stressessen brauchst du keinen Neustart. Du brauchst einfach wieder nur den Weg zurück in deinen normalen Rhythmus. Also einfach die nächste Mahlzeit wird halt wieder normal gegessen. Mit genügend Eiweiß, mit genügend Flüssigkeit, ein bisschen Bewegung und zwar mit Sicherheit nicht als Strafe. Und dann wirklich mal kurz und ehrlich anschauen, was war heute eigentlich zu viel? Und damit meine ich nicht dein Essen. Sondern war es einfach zu viel Druck? Waren es zu viele Entscheidungen? Oder zu viel Kaffee. Oder man könnte es auch umdrehen, was war denn zu wenig? War es vielleicht zu wenig Pause? Oder zu wenig Essen? Oder zu wenig Schlaf? Oder war es vielleicht einfach nur ein Gespräch, was hängen geblieben ist? Es geht also um eine Auswertung deines Tages. Es geht nicht um Selbstanklage. Und ich würde dir mal gerne für die nächste Woche einfach mal einen kleinen Test mitgeben. Wenn du einen stressigen Tag hattest und abends dieser von mir aus Essdruck kommt, mach doch mal vier Schritte. Der erste Schritt ist, nicht sofort in die Küche. Gib dir zehn Minuten Übergang. Wie schon vorhin besprochen, von mir aus spazieren gehen, duschen, Kleidung wechseln, Musik, Wasser, irgendwas. Schritt Nummer zwei, frag dich mal, ist das jetzt eine Mahlzeit, die ich möchte, oder ist es vielmehr Beruhigung? Und beides darf sein. Du sollst dich da nicht verurteilen. Es geht wirklich um eine objektive Auswertung. Aber du solltest halt wissen, was es ist. Schritt Nummer drei, wenn du isst, dann is bewusst. Im Sitzen, ohne nebenbei, keine offene Packung neben dem Sofa. Mach dir klar, was du da gerade tust. Und Schritt Nummer 4, am nächsten Morgen gibt es keine Strafe. Einfach ganz normal weitermachen. Und zusätzlich kannst du dir abends vielleicht die Frage stellen, was hätte ich heute gebraucht, bevor ich angefangen habe zu essen? Denn das ist wirklich eine richtig gute Frage. Weil sie nämlich den Blick weglenkt von diesem ganzen Schuld und schlechtem Gewissen und mehr den Blick darauf legt, auf Verständnis. Und vielleicht lautet deine Antwort dann, ich hätte eigentlich eine Pause gebraucht. Oder vielleicht ein vernünftiges Mittagessen. Oder vielleicht irgendwo zwischendurch mal zehn Minuten Ruhe. Oder jemanden, der mich einfach mal kurz in Ruhe lässt. Oder vielleicht hätte ich auch Bewegung gebraucht. Oder mehr Schlaf. Oder das Gefühl, dass der Tag endlich vorbei ist. Aber wenn du das weißt, wenn du das für dich erkennst, dann kannst du am nächsten Tag einfach schon viel früher ansetzen. Denn Stressessen ist eine Botschaft. Das ist nicht dein persönliches Versagen. Denn Stressessen zeigt dir, dass irgendwo in deinem System, in deiner Strategie, in deinem Körper zu viel Druck war und zu wenig Entlastung. Und ja, natürlich geht es am Ende auch darum, beim Abnehmen gute Entscheidungen zu treffen. Aber gute Entscheidungen entstehen viel, viel leichter, wenn du einen Körper hast, der nicht komplett übergangen wurde. Und wenn du nach einem stressigen Tag immer wieder isst, obwohl du eigentlich gar nicht richtig Hunger hast, dann brauchst du aus meiner Sicht nicht noch mehr Disziplin oder noch mehr Härte gegen dich selbst. Dann brauchst du einfach nur einen besseren Weg, um wieder runterzukommen. Zusammenfassend kann ich einfach nur sagen, dass die wenigsten Leute nach so einem stressigen Tag wirklich einfach nur Hunger haben. Manchmal bist du einfach nur überreizt. Manchmal bist du erschöpft. Manchmal bist du innerlich einfach noch im Arbeitsmodus. Es kann auch sein, dass dein Körper tagsüber zu wenig bekommen hat. Also einfach zu wenig Nährstoffe, die er eigentlich gebraucht hätte. Manchmal fehlt dir auch einfach nur eine Pause, die nichts mit Essen zu tun hat. Und für all das springt Essen dann einfach nur ein. Und das darf man gerne verstehen. Und dann darf man auch anfangen, es anders zu lösen. Und zwar mit einem besseren Umgang mit Stress, mit einem besseren Umgang mit deinem Körper, mit Versorgung, mit Nährstoffen und mit einem richtigen Feierabend. Und wenn du dich darin wiedererkennst und merkst, dass dein Essen abends oft weniger mit Hunger zu tun hat als mit Stress, mit Erschöpfung oder vielleicht sogar mit Belohnung, dann schau gerne in die Shownotes, denn da findest du die Möglichkeit, dich bei mir zu melden. Und dann schauen wir gerne mal gemeinsam darüber, was in deinem Alltag eigentlich passiert, warum Essen so oft als Stressventil auftaucht und wie du abnehmen kannst, ohne ständig gegen dich selbst kämpfen zu müssen. Und damit bin ich auch schon wieder am Ende der heutigen Folge. Ich hoffe, wie immer, es hat dir gefallen. Du konntest wieder einiges mitnehmen. Und ich wünsche dir eine schöne Woche. Wir hören uns.